Karte PolyUrbanWaters

PolyUrbanWaters

ProjectStatus
  • 2025-2028 Implementierung
Gruppen
  • Sam Neua, Laos
  • Kratié, Kambodscha
  • Sleman, Indonesien

Polyzentrische Ansätze zum Management urbaner Wasserressourcen in Südostasien

Das Projekt „Polyzentrische Ansätze zum Management urbaner Wasserressourcen in Südostasien“ (PUW) unterstützt Städte in Südostasien dabei, wassersensitive und klimaresiliente Stadtentwicklung langfristig in kommunalen und nationalen Strukturen zu verankern. In der Implementierungsphase werden die in Kratie (Kambodscha), Sleman (Indonesien) und Sam Neua (Laos) entwickelten Instrumente in Planungsprozesse, Governance-Strukturen und nationale Leitlinien integriert. Ziel ist die dauerhafte Stärkung nachhaltiger Wasserinfrastrukturen, Klimaanpassung und urbaner Resilienz in Südostasien.

PolyUrbanWaters Website

Adressierte Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen

Gesundheit und Wohlergehen
Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen
Industrie, Innovation und Infrastruktur
Nachhaltige Städte
Maßnahmen zum Klimaschutz
Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Implementierung

Das Projekt PolyUrbanWaters verfolgt das Ziel, innovative und übertragbare Instrumente für eine wassersensitive, nachhaltige und klimaresiliente Transformation von Städten in Südostasien bereitzustellen und damit die Lokalisierung der Agenda 2030 zu unterstützen. Vor dem Hintergrund rascher Urbanisierung, zunehmender Klimarisiken sowie begrenzter finanzieller und institutioneller Kapazitäten entwickelt das Verbundprojekt Ansätze, Wasser als sektorübergreifendes Querschnittsthema urbaner Entwicklung zu verankern. Ziel ist es, die wasserrelevante kommunale Daseinsvorsorge zu verbessern und insbesondere kleinere und mittlere Städte resilienter gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen.

Konzepte wie „Water Sensitive Cities“, „Water Wise Cities“ oder „Sponge Cities“ gewinnen weltweit an Bedeutung für nachhaltige Stadtentwicklung. Ihre Übertragbarkeit auf kleinere und mittlere Städte Südostasiens wurde bislang jedoch kaum untersucht. PolyUrbanWaters verbindet daher wassersensitive Stadtplanung, nachhaltige Infrastrukturentwicklung, Klimaanpassung sowie integriertes Land- und Wasserressourcenmanagement in einem transdisziplinären Ansatz. Das Projekt vereint Partner aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Stadtverwaltungen, Ministerien und Praxisorganisationen aus Kambodscha, Deutschland, Indonesien, Laos, Thailand und Vietnam. Strategischer Partner für die regionale Verankerung und Verbreitung der Ergebnisse ist die United Nations Economic and Social Commission for Asia and the Pacific.

Im Mittelpunkt stehen die Pilotstädte Kratie, Sleman und Sam Neua, die exemplarisch für urbane Räume Südostasiens mit bis zu drei Millionen Einwohnern stehen. In Kratie führt die Umwandlung stadtnaher Feuchtgebiete zu einer erhöhten Überflutungsgefährdung. Sleman ist durch rasante Urbanisierung und zunehmenden Wasserstress geprägt, während in Sam Neua veränderte Landnutzungsmuster die Anfälligkeit für schwere Überschwemmungen erhöhen.

Während der Implementierungsphase (6/2025-5/2027) werden In Kambodscha die Provinz und die Stadt Kratie dabei unterstützt, ein Modell für das nachhaltige Management urbaner Feuchtgebiete als Bestandteil kommunaler Klimaanpassungsstrategien zu etablieren. In Sleman sollen partizipative Ansätze wassersensitiver Planung dauerhaft in kooperative Strukturen zwischen Planungsbehörden, Kommunalverwaltung, Hochschulen und zivilgesellschaftlichen Organisationen integriert werden. In Laos unterstützt das Projekt die nationale Behörde für Stadtentwicklungsplanung dabei, die in Sam Neua entwickelten Instrumente in nationale Leitlinien für klimaresiliente und wassersensitive Stadtentwicklung zu überführen.

Somit werden die Voraussetzungen für eine langfristige institutionelle Verankerung und eine regionale Verbreitung der entwickelten Instrumente in Südostasien. Durch strategischen Kapazitätsaufbau auf kommunaler, provinzieller und nationaler Ebene soll die Wirkung des Projekts nachhaltig gesichert und auf weitere Städte der Region übertragen werden.

Forschung in Aktion

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Living with Water. Kratie, Cambodia.

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Überflutung in Kratie, Kambodscha

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Sam-Neua, Laos

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Sleman, Indonesien

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Forschungs und Entwicklungs Phase

Während der Forschungs- und Entwicklungsphase (3/2021–5/2025) entwickelte PolyUrbanWaters gemeinsam mit lokalen Akteuren praxisorientierte Instrumente zur Analyse wasserbezogener Herausforderungen sowie sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Rahmenbedingungen. Ziel war es, fundierte Grundlagen für eine wassersensitive und klimaresiliente Stadtentwicklung in Südostasien zu schaffen.

Auf Basis dieser diagnostischen Arbeit wurden Entwicklungsszenarien erarbeitet, die den bisherigen „Business-as-usual“-Ansatz alternativen Optionen wassersensitiver Stadtentwicklung gegenüberstellen. In partizipativen Prozessen entstanden daraus maßgeschneiderte Strategien, die lokale Bedarfe, Prioritäten und institutionelle Umsetzbarkeit berücksichtigen. Die Strategien wurden in konkrete kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen für die kommunale Entwicklung übersetzt. Die entwickelten Instrumente ermöglichen sowohl integrierte Transformationsprozesse als auch gezielte Anwendungen in Bereichen wie Klimaanpassung, Wassersicherheit, Abwasserentsorgung und Grünflächenplanung.

Die hohe Praxisrelevanz der Ansätze wurde von staatlichen und kommunalen Akteuren in Kambodscha, Indonesien und Laos bestätigt. Besonders hervorgehoben wurden der praxisorientierte Wissens- und Erfahrungsaustausch mit Deutschland sowie die Übertragbarkeit internationaler Erfahrungen auf südostasiatische Kontexte. Beispiele wie die Ursachen der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal oder wassersensitive Stadtentwicklungsansätze in Hamburg und Bremen lieferten wichtige Impulse für lokale Transformationsstrategien.

In Kratie wurde ein Entwicklungsplan für urbane Feuchtgebiete für den Zeitraum 2024–2035 erarbeitet, der von der Provinzregierung als strategischer Beitrag zu nachhaltiger Stadtentwicklung und Klimaanpassung anerkannt wird. In Sleman wurde erfolgreich ein mehrschichtiger Ansatz für wassersensitive Quartiersentwicklung pilotiert. In Sam Neua erklärte die Provinzregierung die entwickelten wassersensitiven Stadtentwicklungsoptionen zu einem zentralen Bestandteil ihrer Vision einer „grünen, sauberen und schönen“ Stadt.

Dr. Bernd Gutterer

Dr. Bernd Gutterer

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©PolyUrbanWaters

Dr. Bernd Gutterer, PolyUrbanWater

Die Städte Südost-Asiens haben sich in den letzten Dekaden bemerkenswert entwickelt. Entlang mit dem dynamischen Bevölkerungswachstum und dem Wirtschaftswachstum der Region konnte Bürger und Bürgerinnen vielerorts Zugang zu Infrastruktur und wasserrelevanter Daseinsvorsorge gegeben werden. Doch die Herausforderungen für die Entwicklung nachhaltiger und lebenswerter Städte sind allzu offenkundig. Die Tatsache, dass das Projektkonzept wesentlich aus den Erfahrungen und einem Kooperationsinteresse der Partner in Südostasien heraus gemeinsam entwickelt wurde, steht für die Kooperationspotenziale des Projektes.

Prasetyastuti Puspowardoyo

Prasetyastuti Puspowardoyo

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©PolyUrbanWaters

Prasetyastuti Puspowardoyo

AKSANSI beteiligt sich an PUW-Initiativen, weil AKSANSI der Meinung ist, dass nur ein integrierter Ansatz Wasserprobleme in Bezug auf Qualität und Quantität lösen kann. AKSANSI arbeitet hauptsächlich am Grundwasserschutz mit dem DEWATS-Ansatz und hat erkannt, dass das Abwassermanagement eine wichtige Rolle in einem geschlossenen Wasserkreislauf spielt. Der integrierte Ansatz, der in PUW vorgesehen ist, bezieht die Gemeinden nicht nur als Nutznießer, sondern auch als Akteure ein und stellt sicher, dass jedes Wasser- und Abwasserproblem von verschiedenen Akteuren angegangen und gelöst wird, ohne dass es zu Überschneidungen kommt.

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Projektkoordination

Dr. Bernd Gutterer

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